Klare Linien und Formen

Meppener Rudolf Buhse kam erst spät zur Malerei

Am Anfang der künstlerischen Laufbahn des Meppener Malers standen ein Violinen- und Gesangsstudium sowie die Arbeit als Organist- und Chordirigent im Raum Ludwigsburg. Von 1980 bis 1982 absolvierte Buhse einen Lehrgang an der Kunstschule "Paris" in Hamburg. Zu dieser Zeit hatte er aber bereits seine erste Ausstellung hinter sich.

Auffallend an dem Bildern des Künstlers im Meppener Stadthaus ist, daß sie nur Zahlen und keine Titel tragen. Buhse selbst umschrieb dieses Faktum während der Vorstellung seiner Arbeit so: "Bei der Betrachtung sollen sich die Empfindungen des Betrachters frei entwickeln können." Seine Bilder sind nach seinem Bekunden ein "Zusammenspiel von Farben und Formen". Buhses Malerei ist daher der Modernen zuzurechnen und als überwiegend abstrakt zu beschreiben. "Die abstrakte MAlerei ist die eigentliche Herausforderung an meine Arbeit. Sie eröffnet mir unendliche Möglichkeiten."

Überwiegend verwendet Buhse Pastellfarben, wenn er auch schon hier und da Ölfarben zu Gesicht bringt in seiner "kontrapunktischen Malweise", die aber mehr und mehr Auflösungstendenzen unterliegt. Die strengen Formen und Figuren der Anfänge seiner Malerei in den 70er Jahren unterwirft Buhse, wenn auch noch zurückhaltend, fließenden Übergängen. "Sie erhalten so mehr einen symbolischen Charakter", betont Buhse, dem das Emsland bereits jetzt zu einer "kulturellen Heimat" geworden ist. Nimmt man die große Besucherzahl der Ausstellungseröffnung als Gradmesser dieser eigenen Aussage des Künstlers, so kann die Aussage nur unterstrichen werden.

 

Meppener Tagespost, 12.8.1995